Prof. Ludwig Güttler
Statement zum „Meeting zur Erhaltung des Welterbesatus Dresdner Elbtal“ am 08.08.2006 im Lingnerschloß
Zwei Aufgabe stehen vor uns:
1. Das Queren des Verkehrs von der einen auf die andere Elbseite.
2. Das Bewahren und weitere Beitragen zum hochwertigen Status: WELTKULTURERBE.
Zur Situation:
Die Notwendigkeit, den anfallenden Verkehr von einer auf die andere Elbseite zu bringen, ist objektiv und daher geboten. Viel Zeit, Geld und Kraft sind dafür bisher aufgewendet worden. Die dafür bisher herbeigezogene Möglichkeit – der Brückenbau – ist aber, wie wir seit einiger Zeit wissen und erfahren, mit den weltweit anerkannten – auch von der Bundesrepublik Deutschland ratifizierten Kriterien und Bedingungen unvereinbar.
Die Behauptung, die UNESCO habe keine ausreichende, hier in Dresden zutreffende Sachkompetenz, erinnert mich an traurige Zeiten der Abriegelung vor 1989, wo international Gültiges von den Machthabern als unzulässige Einmischung in sogenannte innere Angelegenheiten bezeichnet wurde. Aufgefangen haben wir diese unerträglich ignoranten, blasphemischen, der Wirklichkeit entrückten Äußerungen durch unsere - Gott sei Dank – zahlreichen DDR-Witze bis hin zu denen des Senders Jerewan. Die letzte bekannt gewordene diesbezügliche gleichnishafte Sentenz lautete, dass „wir unsere Zimmer nicht tapezieren müßten, wenn dies der Nachbar für erforderlich hält“.
Dieser Weg führt also so nicht weiter. Vor uns steht die Aufgabe, gemeinsam – jawohl gemeinsam – nicht nach einem Kompromiß, sondern nach einer Lösung zu suchen. Dies könnte uns gemeinsam auch gelingen, wenn wir uns klarmachen, dass wir hierzu Voraussetzungen schaffen müßten, die, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, das Folgende beinhalten sollten:
1. Wir stellen die Aufgabe – und nur diese – in den Mittelpunkt unserer Bestrebungen.
Das heißt:
2. Wir unterlassen ab sofort jegliche taktische, jegliche parteipolitische und jegliche schuldzuweisende Äußerung.
Das wiederum heißt:
3. Wir alle treten gemeinsam als Personen mit unseren Überzeugungen einen Schritt hinter die Problemlösung mit vollem Bewußtsein und zitierfähig und verläßlich zurück.
4. Wir untersuchen – zunächst wertungsfrei – das praktikabel Machbare, das verkehrstechnisch Erforderliche, das unbedingt zu Vermeidende und das für Dresden und sein Image in der Welt zu Schaffende.
Hierzu muß eindeutig klargestellt sein: Das Bild Dresdens in der Welt ist eine sehr stark abweichende Realität vom Bild, welches wir Dresdner von Dresden selbst haben. Im Hinblick auf die UNESCO-Zuständigkeit muß es hier also vorrangig um das Bild Dresdens in der Welt gehen.
Ich erwarte, dass mir als Dresdner, der in der Welt für Dresden wirkt, dies 1:1 abgenommen wird.
5. Ich glaube, dass es der Intelligenz, dem Erfindungsreichtum und der Klugheit der in Dresden versammelten Bürger gelingen wird, eine Lösung zu suchen und zu finden, die ALLEN ZUM NUTZEN gereichen